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22.05.2003 | Lübecker Nachrichten

Mehdorn unter Druck

Bahnchef verneint Krisensituation ist aber unzufrieden mit der Entwicklung. Zunehmende Kritik und schlechte Daten beim Güter- und Personenverkehr bringen den Bahnchef in Erklärungsnot. Eine Reform der Reform des Tarifsystems soll der Bahn neue Kunden bringen.

BERLIN - Für den Rückgang der Passagiere im Fernverkehr der Bahn machen viele Kritiker das neue Preissystem der Bahn verantwortlich. Die komplizierten Tarife, die hohen Stornogebühren und die schlechte Beratung sollen die Kunden abgeschreckt haben, vermuten sie. Die Zahl der Fahrgäste sank in den ersten drei Monaten um 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies musste Bahnchef Hartmut Mehdorn bei der Pressenkonferenz mit der Vorstellung der Bilanz einräumen. Auch musste er darüber informieren, dass der Verlust der Bahn von 82 auf 120 Millionen Euro angestiegen ist.

Trotz der negativen Zahlen sieht Mehdorn aber keine Krise auf die Bahn zukommen. Er plant weiter, die Verluste zu begrenzen und schon im kommenden Jahr in die Gewinnzone zu kommen. Ob es, wie angekündigt, allerdings schon 2005 zum Börsengang kommen wird, bleibt angesichts der Daten fraglich. Die Gewerkschaft TRANSET geht bereits davon aus, dass der Schritt an die Börse verschoben werden muss. Auch der Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe forderte von der Bahn deutlich in die Gewinnzone zufahren, erst bei schwarzen Zahlen sei ein Gang an die Börse sinnvoll.

Bahnchef Mehdorn sieht die lahmende Konjunktur als einen wichtigen Faktor der Einbrüche an. Bei den Passagieren verweist er auf die große Zahl der Billigflieger, die der Bahn die Kunden mit Dumpingangeboten wegschnappen. Dass das Preissystem vielleicht auch ein wenig schuld sei, wollte Mehdorn nicht ausschließen.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten, 22.05.2003, Seite: 8, Autor: AP
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Flugzeug, Deutsche Bahn AG, Ökonomie, Kosten, Verlust, Umsatz, Konkurrenz, Billigflieger, Fahrgastzahlen, Personenverkehr, Güterverkehr, Börse, Geschäftsführung, Mehdorn, Politik, Bundesregierung, Verkehrspolitik, Verkehrsminister, Berlin, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2003
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