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21.05.1999 | Lübecker Nachrichten

Eschede-Katastrophe – Bahn trägt die alleinige Schuld

BERLIN – Das Urteil der Gutachter ist für die Bahn vernichtend: Eine sorgfältige Wartung der Räder, vor allem der Radreifen hätte das Unglück von Eschede mit großer Wahrscheinlichkeit verhindert.

Gutachter des angesehenen Fraunhofer-Instituts haben erklärt, dass bei sorgfältiger Kontrolle mit den vorhandenen – aber bei den Wartungsarbeiten der Bahn zuvor nicht eingesetzten Techniken – die Katastrophe von Eschede mit großer Wahrscheinlichkeit hätte vermieden werden können. Das Gutachten wurde jetzt der Staatsanwaltschaft Lüneburg zugeleitet, die den Fall bearbeitet.

Schon direkt nach dem Unglück wurde die Ursache in dem Radreifen vermutet, der sich beim Bruch in der Weiche verklemmt hatte und damit das Unglück auslöste. Bei der Überprüfung der Radreifen wurde von der Bahn nicht die notwendige Sorgfalt und neueste Technik eingesetzt. Dies hatte Prof. Wüstenberg schon vor dem Unfall bekannt gemacht, so dass die Bahn Bescheid wusste.

Die Techniker der Deutschen Bahn hatten sich auf eine manuelle Kontrolle und eine Sichtprüfung verlassen, da die Ultraschallprüfung seit längerem die erwarteten Ergebnisse nicht mehr gebracht hatte.

Die Deutsche Bahn verwendete als einzige Bahngesellschaft die gummigefederten und deshalb leisen Kombireifen, alle anderen Eisenbahnen fahren auf Vollrädern. Inzwischen hat auch die Deutsche Bahn umgerüstet. Ferner wurden die Kontrollen verbessert und mehr Personal eingesetzt.

Quellenangaben

Quelle: Lübecker Nachrichten, 21.05.1999
Schlagwörter: Verkehr, Verkehrsmittel, Eisenbahn, Deutsche Bahn AG, Personenverkehr, Fernverkehr, ICE, Katastrophe, Unfall, Unglück, Unfallursache, Folgen, Weiche, Entgleisung, Geschwindigkeit, Tote, Verletzte, Technik, Rad, Radreifen, Wartung, Staatsanwalt, Gericht, Verhandlung, Anklage, Eschede, Lüneburg, Niedersachsen, Deutschland, Verkehrswerkstatt
Aktualisiert am: 02.01.2006
Erstellt von: C. Duismann 2001
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