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alter Kupferstich "Floesser beim trifften (Besitz Meschenmoser)
Wie kam das Holz nach Berlin?
Berlin ist auf Holz gebaut

Die alten Berliner Gebäude stehen auf Holzpfählen. Der sandige Boden mit dem hohen Grundwasserspiegel erfordert eine aufwändige Bauweise. So mussten für das Schloss Charlottenburg oder andere Häuser Bäume in den sandigen Boden gerammt werden. Erst darauf ließ sich ein größeres Haus bauen. Außer für den Hausbau oder für die Möbelherstellung wurde in Berlin viel Holz als Brennstoff zum Kochen und Heizen benötigt.

Holz wurde durch den wachsenden Verbrauch knapp und musste teuer gekauft werden.

Floesser (Foto Meschenmoser)
Floesser bei der Arbeit (Foto Meschenmoser)

Woher kam das Holz?

Waldreiche Regionen mussten Holz für Berlin abgeben. Dazu gehört zum Beispiel im Norden Berlins die Uckermark. Allerdings gab es erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts Eisenbahnverkehr und der Transport auf Pferdewagen war zu aufwändig. Einfacher konnte das Holz über die Wasserwege transportiert werden.

Vom Wald zum Floß

Zunächst wurden die Bäume von Holzfällern im Wald gefällt. Dann wurden sie zu einem Bach oder See gerückt. Im Wasser schwimmen dann die Holzstämme. Sie werden von den Flößern getriftet. Dazu nahmen die Flößer Stangen und lenkten damit die Baumstämme in die richtige Richtung.

An einer flacheren Stelle wurden die Baumstämme zu Flößen zusammen gestellt.

Floesser im Wasser (Foto Meschenmoser)
Floßbau (Foto Meschenmoser)

Wie wurden Flöße gebaut?

Die Flößer hatten eine harte Arbeit. Sie standen manchmal stundenlang im kalten Wasser, um die Baumstämme zu Flößen zusammenzustellen. Dazu musste das Holz sortiert werden. Auf die erste Lage wurden Staken genagelt, um die einzelnen Stämme zusammenzuhalten. Anschließend mussten mehrere Flößer gemeinsam mit vereinten Kräften weitere Stämme aufladen. Die zweite Lage wurde wiederum festgemacht. So entstanden Flöße, die mehrere Tonnen schwer waren. Die einzelnen Flöße wurden wiederum zusammengebunden.

Der Weg nach Berlin

Noch vor hundert Jahren wurden Flöße getreidelt. Treideln nennt man das Ziehen der Flöße. Entweder Menschen oder Pferde zogen so ein Floß an einem dicken Seil. Diese anstrengende Arbeit war nötig, weil auf dem Weg nach Berlin nur eine geringe Wasserströmung die Flöße antrieb. Erst später wurden dampfgetriebene Schlepper genutzt, um Flöße zu ziehen.

 

 Floesser bei der Arbeit (Foto Meschenmoser)
Floßbau (Foto Meschenmoser)

Die Fotos wurden in Lychen, einem ehemaligen Flößerdorf in der Uckermark gemacht. Dort ist jedes Jahr ein Flößerfest. Der letzte noch lebende ausgebildete Flößer zeigt anderen Männern, wie er früher seinen Beruf ausgeübt hat.

Heute ist der Beruf des Flößers in Deutschland ausgestorben. Holz wird mit der Eisenbahn oder mit großen Lastkraftwagen transportiert. Wer auch heute noch große Flöße sehen will, muss nach Skandinavien fahren.

Aufgaben:

  • Über welche Flüsse und Kanäle wurde das Holz von Lychen nach Berlin geflößt?
  • Wie lang ist der Weg?
  • Wenn ein Floß in der Stunde 3 km schwimmt, wie lange dauert der Transport nach Berlin?
  • Versuche herauszufinden, aus welchen Gegenden der Mark Brandenburg Holz nach Berlin kam?
Pause (Foto Meschenmoser)
Triften (Foto Meschenmoser)

Spezialaufgaben:

  • Was sind Holländer-Flöße?
  • Wie groß konnten Holländer-Flöße sein?


Tipp:
Holländer-Flöße verkehrten auf dem Rhein.

 

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© 2006 wir-in-Berlin.de
Text und Bild: Dr. Helmut Meschenmoser
Programmierung: Götz Salomon
Alle Rechte vorbehalten.
Eine Nutzung für den Unterricht ist freigegeben.
aktualisiert: 14.09.2006
wir-in-berlin.de 15.09.06